Zum Schuljahresabschluss einen Gruß vom Schulleiter: tmb pensio2014

 

Auf dem Schulhof des Leos zum Frühlingsanfang kein Schüler, keine Schülerin. Stille in den Fluren der Schule. Das Leben steht für einen kurzen Moment still. Das gesellige Treiben, für das viele das Leo lieben und mögen, mit den vielen schönen und auch ab und an traurigen Momenten scheint unfassbar weit weg. Verlagert ins Homeoffice. Normalität von jetzt auf gleich abgeschafft.
Doch der Stillstand für die Meisten nur ein Wimpernschlag. Schnell wurde klar, dieser Corona, der bleibt erst einmal. Der macht das Leben neu, vielleicht schwerer, vielleicht können wir sogar von ihm lernen. Es wird sich zeigen.
Was sich bereits gezeigt hat: Trotz einiger Schwierigkeiten mit Internetverbindungen, Hardwareausstattungen und zu wenig vorherigen Erfahrungen mit digitalem Lernen, haben die meisten Schülerinnen und Schüler und Lehrer Wege gefunden, miteinander in Kontakt zu bleiben. Material wurde ausgetauscht, Rückmeldungen wurden gegeben, Fragen beantwortet.

Eine der wichtigsten Fragen dieser Zeit: Was ist mit den Abschlussprüfungen? In den Berufsschulklassen, in den Bildungsgängen des Beruflichen Gymnasiums, in den Höheren Berufsfachschulen, der Fachoberschule Soziales- und Gesundheit und Berufsfachschulen sowie der Ausbildungsvorbereitung fänden sie eigentlich statt. Es wurden Lösungen gefunden.
Die Prüfungen im Beruflichen Gymnasium und auch die Prüfungen für die Fachhochschulreife konnten unter Corona-Bedingungen stattfinden. Jeder bekam seinen eigenen Platz, Klassen wurden aufgeteilt, Abstandsregeln aufgestellt, Händewaschen wurde zum Ritual.
Nachdem zwei Wochen in dieser Form vorbereitet wurde, Ernst. Fast normal. Aufgeregte Prüflinge, Tische auseinandergerückt, Stifte raus, losgeschrieben. Doch nach der Abgabe kam bei vielen der Frust. Kein Abiball. Keine feierliche Abschlussfeier in der Aula. Kein überschwängliches Umarmen.
Viele Lehrerinnen und Lehrer teilten diesen Frust und versuchten die Zeugnisausgabe trotz Abstandsregeln und fehlender Eltern, fehlender Klassenfotos schön zu gestalten. Filme mit Bildern aus Zeiten vor Corona wurden zusammengeschnitten, Rosen überreicht, kleine Erste-Hilfe-Sets fürs Leben nach dem Leo verschenkt. Dies ist nur ein kleiner Einblick in die, in diesem Jahr, sehr privaten Abschlussfeiern. Im ganzen Haus war in den Klassen, in denen eine Zeugnisvergabe stattfand, eine besondere Atmosphäre zu spüren. Es ist ein verrücktes Schuljahr 19/20 gewesen. Eine Mischung aus Wehmut und Freude weht durch die Flure.
Wie es nach den Sommerferien weitergeht bleibt Spekulation. Alle wünschen sich die Normalität aus der Zeit vor Corona zurück. Mit einem Sommer voller schöner Momente und Geselligkeit. Mit Ausbildungsverhältnissen, die wie geplant starten können. Ohne Regeln, an die man ständig erinnert wird. Alle sehnen die Leichtigkeit des Lebens herbei.
Ein wenig haben wir uns sie bereits gemeinsam erkämpft. Mit kleinen Gruppen konnte bereits wieder Unterricht stattfinden. Kleine Gruppen können gemeinsam in einem Restaurant auf ihre Abschlüsse anstoßen.
Gehen wir nun in einen Sommer mit Regeln, halten wir uns dran und verlieren wir nie aus den Augen, dass diese neue Freiheit schnell zerstört werden kann. Nämlich, wenn dieser Corona wieder zurückkommt. Versuchen wir ihm das Leben bei uns so schwer wie möglich zu machen, damit wir nach dem Sommer vielleicht wieder in ein normales Schuljahr 2020/2021 starten können.
Das würde nicht nur unseren Abschlussklassen den Start in das Berufsleben sehr erleichtern, sondern auch für die kommenden Jahrgänge am Leo wieder einen normalen Schulalltag ermöglichen.

Allen Schülerinnen und Schülern, die ihren Abschluss erworben haben alles Gute für den weiteren Lebensweg.
Allen Pensionärinnen, Pensionären und Kolleginnen und Kollegen, die das Leo verlassen, alles Gute für die Zukunft.
Allen Schülerinnen, Schülern und Kolleginnen und Kollegen unserer Schule großer Dank. Das Leo hat gezeigt, dass es zusammensteht. Schöne Ferien.