Baustelle1Wer zurzeit durch das Leo-Sympher-Berufskolleg geht, der sieht, dass die Bauarbeiten, die bereits vor den Ferien begonnen haben, noch lange nicht abgeschlossen sind. Dennoch, der Unterricht ins neue Schuljahr begann pünktlich und auch weitestgehend ungestört. Sicherlich werden Lehrer und Schüler auch noch mit Schwierigkeiten in der Bauphase zu kämpfen haben, aber die Unannehmlichkeiten von jetzt sind neue Möglichkeiten in der Zukunft.

Um das Schulleben am Leo-Sympher für die Zukunft zu verbessern, wird mit Hochdruck gearbeitet.
Die aktuelle Bauphase im Hauptgebäude des Schulgeländes hat bereits vor den Ferien begonnen und wird noch geraume Zeit andauern. Beispielsweise stehen aktuell Fachräume der Friseurtechnik und der Chemie nicht im vollen Umfang zur Verfügung. Auch sind noch einige Klassenräume nicht verfügbar. Um trotzdem für jede Klasse einen Raum zur Verfügung zu stellen, werden zusätzlich Räume des Freiherr-von-Stein Berufskollegs genutzt.
An vielen Stellen sieht man auch noch verpacktes Laborgerät und Umzugskartons, die noch nicht wieder ausgepackt und an den vorgesehenen Platz geräumt worden sind.
Improvisation ist gefragt, sowohl auf Schüler- als auch auf Lehrerseite.

Im Vordergrund der Bauarbeiten stehen der Brandschutz, die Sanierung der Elektro- und Netzwerktechnik, als auch der Wasserver- und Entsorgung.

Baustelle1Die Kabel aus den 60er und 70er Jahren wurden im gesamten Gebäude erneuert und neu strukturiert. Damit einhergeht, dass das gesamte Gebäude ein neues Netzwerk bekommt. In Zukunft soll es im gesamten Gebäude flächenweites WLAN geben, das auf dem neusten Stand der Technik ist. Es sollen weit über 1000 mobile Endgeräte wie Tabletts und Laptops gleichzeitig auf Internet und internes Schulnetz zugreifen können. Hierzu werden intelligente Netzwerkkomponenten verbaut, die auch mit einer großen Teilnehmerzahl zurechtkommen und sich nach Bedarf anders einstellen. Das WLAN wird nach der Bauphase Schritt für Schritt in Betrieb genommen.
Zu einem späteren Zeitpunkt soll es dann möglich sein, von diesem Netzwerk aus, auch auf alle Netzwerklaufwerke des Hauses zuzugreifen. Allerdings werde es noch einige Zeit dauern, bis alles fertig eingerichtet sei, so Dr. Oberschelp, Fachleiter für die Abteilungen Elektrotechnik und EDV, der die Bauplanung begleitet. Ein weiterer großer Aspekt ist die Neueinrichtung der IP-Telefonanlage, welche die Alte analoge ersetzt.

Neben der Elektrotechnik werden die Leitungen des Frisch- und Abwassers im kompletten Gebäude ersetzt und der Brandschutz wird an die aktuellen Vorgaben angepasst. So wird in den Fluren kein brennbares Material verbaut sein und es werden Feuerschotts eingebaut, die verhindern sollen, dass sich ein Feuer im Katastrophenfall im gesamten Gebäude ausbreiten kann. Des Weiteren wird es eine neue Brandmeldeanlage geben, die feuersicher untergebracht sein wird.

Warum diese Bauarbeiten nicht in den Ferien stattfinden konnten, sondern sogar Abrissarbeiten im laufenden Betrieb stattfanden, diese Frage kam im Leo-Sympher oft auf. Der Kreis als Träger hat mit der Leitung der Schule lange überlegt, wie diese Sanierung am besten zu stemmen sei. Sie kamen zu dem Schluss, dass sechs Wochen Ferien für die Größe des Gebäudes und den Umfang der Baumaßnahmen nicht ausreichen würden.
Eine Sperrung des gesamten Gebäudes, um dem Lärm nicht zu hören, kam nicht infrage, da bei einer Vollsperrung ca. 60 Klassen und Labore und ca. 40 Büro- und Vorbereitungsräume, als auch Lehrerzimmer nicht zur Verfügung gestanden hätten.
Diese fast 100 Räume durch Container zu ersetzen, stand auch zur Debatte. Allerdings waren die Fragen nach Standort, Einrichtungs- und Kostenaufwand äußerst schwierig zu beantworten. So kam man zu dem Schluss, dass ein Bau im laufenden Betrieb zwar keine optimale, aber unter den gegebenen Bedingungen, die beste Lösung sei. Dabei legte man den Hauptabriss in die Ferien und arbeitet sich nun etagenweise durch das Gebäude. So sind jetzt bereits wieder einige Klassenräume nutzbar. Auch das Schulbüro, das in den Sommerferien in einem Nachbargebäude untergebracht war, konnte wieder in das Hauptgebäude ziehen.

Man richtet im Leo-Sympher den Blick nach vorne. Schulleiter Knut Engels betont den Gewinn der Bauarbeiten, so wird es am Ende neue Chemieräume und naturwissenschaftliche Labore geben, die es in punkto Ausstattung und Experimentiermöglichkeiten durchaus mit Hochschullaboren aufnehmen können. Sämtliche Klassenräume werden darauf vorbereitet Unterricht mit digitalen Medien zu gestalten. Dazu werden Beamer angebracht, die ohne Kabel mit den Endgeräten verbunden werden können. Außerdem soll jeder Lehrertisch mit einem Rechner und einer Dokumentenkamera ausgestattet werden. In allen Klassenräumen wird außerdem die Möglichkeit gegeben sein die Endgeräte, die im Unterricht eingesetzt werden, zu laden. Der letzte Aspekt in den Klassenräumen, der Unterricht mit neuen Medien vorantreiben soll, ist die Vorbereitung jedes Klassenraumes für den Einsatz von Smartboards, die in einigen Fachräumen der Metall-, Elektro-, und Holztechnik bereits installiert wurden bzw. werden.

Das eine Gebäude noch nicht abgeschlossen, wagt Dr. Oberschelp schon einen Ausblick in die kommenden Jahre. Das Werkstattgebäude werde nicht im laufenden Betrieb saniert werden können, da hier die Brandschutzarbeiten umfangreicher sein werden. Während dieser Bauphase müsse man eventuell über eine Containerlösung oder andere Alternativen nachdenken.
Abschließend wird das E-Gebäude saniert. Hier sei der Vorteil, dass der Brandschutz bereits den Vorgaben entspricht und dadurch deutlich weniger Arbeiten stattfinden müssen.
Über ein Gebäude, den Pavillon, kann noch nichts Konkretes gesagt werden. Sicher sei, dass auch dieses Gebäude einer Sanierung bedarf und die Schule darüber hinaus zusätzlichen Bedarf an Räumen hat. Spruchreife Pläne gebe es für dieses Gebäude allerdings noch nicht, so Dr. Oberschelp.

Zieht man an dieser Stelle ein Zwischenfazit, so kann man sagen, dass die meisten Bauarbeiten im Plan sind. Dr. Oberschelp sei zum jetzigen Stand insgesamt zufrieden mit dem Bauvorhaben. An einigen Stellen ist man zwar etwas mit den Arbeiten zurück und es wird auch noch Nacharbeiten geben, aber diese Probleme seien noch überschaubar. Besonders problematisch sind die Arbeiten am Netzwerk im laufenden Betrieb, da bei dem hohen Ausstattungsstandard der Schule jede Störung immense Auswirkungen haben kann. Die EDV-Abteilung des Amtes 40 des Kreises Minden-Lübbecke arbeite aber sehr engagiert am Aufbau des neuen Netzwerkes und versuche gemeinsam mit den Lehrern aus der EDV-Abteilung der Schule Störungen schnell zu beheben.